1878 Südöstliche Galerie

1878
Grundriss des 1. Obergeschosses

Westwand

Nordwand, links

Nordwand, mitte

Nordwand, rechts

Ostwand


Die Verschränkung
von Italia und Germania

Die etwa 25 Meter langen Wände boten erstmals den Platz, den seit den 1830er-Jahren angewachsenen, imposanten Bestand großformatiger Zeichnungen und Freskenkartons angemessen auszustellen. Der wichtigste Künstler der östlichen Galerie war wiederum Philipp Veit.

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Veits Entwurf für das biblische Thema der „Sieben fetten Jahre“ ergänzte Overbecks Szene aus der Josephsgeschichte. Beide waren für das Haus des preußischen Generalkonsuls Bartholdy in Rom geschaffen worden und sollten nach Malß’ anfänglichen Planungen im anschließenden südlichen Eckpavillon präsentiert werden. Die mittig unter diesen Kartons präsentierte Entwurfszeichnung für den Kopf der Germania schlug den Bogen zu Veits Hauptwerk im kleinen Oberlichtsaal. Ästhetische Abwechslung, wie sie auch bei der Galeriehängung üblich war, boten die flankierenden Landschaftskartons von Carl Philipp Fohr und Johann Christian Reinhart sowie Johann Anton Ramboux’ Serie von Illustrationen zu Dantes „Göttlicher Komödie“. Die enge Verzahnung von Italia und Germania, die die Hängungen in den beiden Eckpavillons bestimmte, zeigte sich auch auf den beiden Schmalwänden des langgestreckten Galerieraums. Dort wurden unter anderem gezeichnete Kopien von Gemälden Raffaels, Peruginos und Tizians ausgestellt. Diese waren von Johann Nicolaus Hoff und Eugen Eduard Schäffer mit Blick auf eine nachfolgende Reproduktion im Kupferstich angefertigt worden.

Ludwig von Schwanthaler, Der Schild des Herakles, 1832-42, Liebieghaus Skulpturensammlung, Frankfurt am Main

Grundlagen
der Rekonstruktion

Der Hängeplan der südlichen Galerien wurde von Inspektor Malß zwei- oder dreimal überarbeitet.
Im östlichen Raum wurde auf ursprünglich geplante Ausstellungsschränke zugunsten von zusätzlicher Hängefläche verzichtet.

In der westlichen Galerie dürfte die Platzierung der großformatigen Kartons nicht nur daran gescheitert sein, dass Schnorr von Carolsfelds „Hochzeit zu Kana“ (Inv. Nr. 1012) starke Beschädigungen erlitten hatte. Dieses Werk hätte schon wegen seiner Größe keinen Platz unter den darüber vorgesehenen Kartons gehabt.

In einem weiteren Überarbeitungsschritt fügte Malß rechts von Schnorr von Carolsfelds „Fest Karls des Großen (Rüdigers Hochzeit mit Bradamante)“ eine farbige Zeichnung von Peter von Cornelius ein. Er versäumte es allerdings, das „Jüngste Gericht“ (Inv. Nr. 900) im Plan der östlichen Galerie zu streichen.

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Übereck, jenseits der linken Tür in der östlichen Galerie klebte Malß nachträglich einen Platzhalter für Philipp Veits Entwurf für den „Schild des Achilles“ (Inv. Nr. 899) auf. Dessen runde Form korrespondierte mit dem zweiten Rundbild auf der anderen Seite der Längswand. Die nur schwer lesbare Inventarnummer dieses Werks dürfte sich auf Ludwig von Schwanthalers Relief des „Schilds des Herakles“ beziehen (Inv. Nr. St.P4, Liebieghaus Skulpturensammlung, Frankfurt am Main), der auch eine inhaltlich sinnvolle Ergänzung zum Achilles-Schild gewesen wäre. Da diese Identifikation aber nicht gesichert ist, haben wir auf die Umsetzung dieser Veränderung verzichtet.

Hängeplan der beiden südlichen Galerieräume (oben die Galerie im Westflügel, unten die Galerie im Ostflügel)